Die kontinuierliche Glukosemessung (CGM)

CGM steht für Continuous Glucose Monitoring. Übersetzt: Kontinuierliche Glukosemessung.

Bei CGM-Systemen gibt es zwei grundlegende Unterschiede:

Ein rtCGM-System (rt – Real Time) misst nicht nur kontinuierlich die Glukose, sondern bietet weitere wichtige
Funktionen – wie die automatische Warnung vor Über- und Unterzuckerungen.

Ein Flash Glucose Monitoring System misst kontinuierlich die Glukose, zeigt sie aber nicht in Echtzeit
(Real Time) an und bietet keine Warnung vor Über- und Unterzuckerungen.

Ein rtCGM-System besteht aus drei Teilen:

  1. Einem Sensor mit einer sehr dünnen Kanüle, die im Unterhautfettgewebe liegt. Der Sensor misst die Glukose (den Gewebezucker). Er kann 6 – 7 Tage getragen werden, bevor er entsorgt wird - also deutlich länger als ein Insulinpumpen-Katheter, da bei einem CGM -Sensor keine Flüssigkeit (Insulin) ins Gewebe abgegeben wird.
  2. Einem Sender (Transmitter), der auf den Sensor gesteckt wird. Er sammelt die Glukosewerte aus dem Sensor, bereitet sie auf und sendet sie per Funk oder Bluetooth an den Empfänger. Der Sender hat eine Laufzeit zwischen 3 und 12 Monaten.
  3. Einem Empfänger, der laufend den aktuellen Glukosewerte sowie Trendpfeile anzeigt, in welche Richtung sich die Glukose entwickeln wird – und der ggf. per Alarm vor einer Unter- oder Überzuckerung warnt.

Wer bereits eine Insulinpumpe Medtronic 640 G, Medtronic Veo oder Animas Vibe trägt, kann die Insulinpumpe als Empfangsgerät nutzen. Mit einem entsprechenden StarterSet kann die Insulinpumpe zum rtCGM-System erweitert werden.

Alternativ gibt es rtCGM-Systeme als Einzelgeräte („Stand Alone“), die ohne Insulinpumpe arbeiten. Dazu gehören aktuell das Guardian Connect System von Medtronic, die Systeme Dexcom G 4 und G 5, sowie der FreeStyle Navigator 2.0.

Abbildung: 24-Stunden-Glukoseprofil mit einem rtCGM-System (blaue Linie). Die roten Punkte stehen für einzeln gemessene Blutzuckerwerte.

Wenn Sie mehrmals täglich Ihren Blutzucker messen, erhalten Sie Einzelwerte als Momentaufnahme.

Ein CGM-System misst die Glukose dagegen laufend in der Gewebsflüssigkeit. Diese Glukosewerte können Sie in Echtzeit (rt - Real Time) im Anzeigefensters Ihrer Insulinpumpe bzw. Ihres Empfängers beobachten.

Abbildung: Trendpfeile zeigen, in welche Richtung sich der Glukosewert entwickeln wird. Alarme warnen rechtzeitig vor einer Über- bzw. Unterzuckerung.

Ein rtCGM-System zeigt Ihnen nicht nur aktuell den Glukosewert an, sondern auch Trendpfeile. Sie geben die Richtung und die Geschwindigkeit an, mit der sich die Glukose in der nächsten Zeit ändern wird: Ob der Wert fällt, stabil ist oder ansteigt. Ein ganz wichtiger Vorteil eines rtCGM-Systems: Es warnt Sie automatisch vor und bei Unter- und Überzuckerungen.

Sie bzw. Ihr Diabetesteam können die Alarmgrenzen dafür individuell einstellen und jederzeit individuell an Ihre Lebenssituation anpassen, z.B. nachts oder beim Sport. Erreicht der Glukosewert den festgelegten Bereich, gibt das rtCGM-System einen Alarm (Ton oder Vibration), damit Sie rechtzeitig reagieren können. Eine wichtige Schutzfunktion, die nur ein rtCGM-System bietet und die dabei hilft, Stoffwechselentgleisungen vorzubeugen.

Ein CGM-System misst nicht den Blutzucker (Blutglukose), sondern den Gewebezucker (Gewebsglukose). Das ist ein wichtiger Unterschied. Der Blutzucker kann nur im Blut gemessen werden - über einen Stich in den Finger oder bei der Blutabnahme in der Arztpraxis. Der Gewebezucker wird dagegen in der Flüssigkeit zwischen den Zellen gemessen.

Beide Werte - Blutzucker und Gewebezucker – werden also an unterschiedlichen Orten gemessen und stimmen deshalb nicht immer überein. Wichtig zu wissen, wenn sich der Blutzucker schnell verändert – zum Beispiel nach dem Essen oder beim Sport. Dann kann es 5 - 15 Minuten dauern, bis sich der Gewebezucker entsprechend anpasst. In diesen Situationen kann es notwendig sein, den Blutzucker mit einem Messgerät zur genauen Therapieanpassung parallel zu messen.

Hinzu kommt, dass der Blutzucker bei rtCGM Systemen 2 x täglich mit einem Messgerät gemessen werden muss, um das CGM-System zu kalibrieren (zu eichen).

FreeStyle Libre ist kein rtCGM-System. Hier gibt es zwei wesentliche Unterschiede:

  1. Bei FreeStyle Libre werden die Glukosewerte nicht automatisch in Echtzeit auf dem Empfangsgerät angezeigt. Die Werte müssen aktiv mit einem Lesegerät „gescannt“ werden.
  2. FreeStyle Libre hat keine Alarmfunktionen (Warnung vor Unter- und Überzuckerungen, Änderungsratenalarme, Voralarme etc.).

Die Richtlinien zur CGM-Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen gelten daher nicht für FreeStyle Libre, sondern nur für rtCGM-Systeme.

Wenn Sie sich für ein rtCGM-System interessieren, können Sie gemeinsam mit Ihrem Diabetesteam einen Antrag bei Ihrer Krankenkasse stellen. Aussicht auf Erfolg hat dies allerdings nur dann, wenn Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen:

  • Voraussetzung ist eine Insulintherapie (Insulinpumpen- oder Pentherapie mit mehr als drei Insulininjektionen pro Tag).
  • Zudem muss ein Facharzt bzw. Diabetologe bestätigen, dass Sie Ihre Therapieziele nicht mit anderen Mitteln erreichen bzw. eine Unterzuckerung nicht mehr rechtzeitig wahrnehmen.
  • Eine Schulung zur kontinuierlichen Glukosemessung ist verpflichtend.

Das Team von DIASHOP ist Ihr qualifizierter Partner für die kontinuierliche Glukosemessung (rtCGM). Wir begleiten Sie und Ihr Diabetesteam bei der Genehmigung. Das sind die Schritte:

  1. Sie besprechen mit Ihrem Diabetesteam, ob für Sie ein rtCGM-System in Frage kommt.
  2. Sie wählen das für Sie individuell passende rtCGM-System aus.
  3. Wenn ein CGM-System für Sie in Frage kommt, stellt Ihr Diabetologe ein Rezept über die Bestandteile des rtCGM-Systems (Transmitter, Sensoren und ggf. Empfänger).
  4. Sie senden das Rezept an DIASHOP. Wir erstellen einen Kostenvoranschlag für Ihr CGM-System und reichen alles zusammen ein. Wir informieren Sie und Ihr Diabetesteam, wenn die Genehmigung vorliegt. Sollte der Medizinische Dienst der Krankenkasse (MDK) weitere Unterlagen benötigen, werden Sie bzw. Ihr Diabetesteam benachrichtigt.
  5. Wenn Sie das rtCGM-System erhalten haben, müssen Sie an einer entsprechenden Schulung mit dem Schulungsprogramm SPECTRUM teilnehmen (verpflichtend).
  6. Wir übernehmen gerne Ihre Folgeversorgung mit Sensoren und ggf. neuen Transmittern.
  7. Vergleichstabelle zu rtCGM-Systemen

    Eine aktuelle Vergleichstabelle zu rtCGM-Systemen können Sie hier als PDF herunterladen.